Luxusprobleme

17.03.2013

Als ich gestern Nachmittag aufs Tram wartete, schaute ich mir ein Werbeplakat an, das an der Haltestelle gegenüber hing. Eine aparte, junge Frau mit roten Locken und vollen Lippen stellte sich darauf die existenzielle Frage: "Kann ich mir eine neue Handtasche gönnen?"
Urplötzlich begriff ich, was die Blogleserin aus Schweden meinte mit ihrem Kommentar, dass viele Schweden die Schweiz als Land ansehen, in dem Milch und Honig fliessen, und alle ihre eigene, private Bank besitzen...

Es gibt immer eine Lösung - credit now!

PS. Wenn man sich solche Probleme leisten kann, dann lebt man tatsächlich in einem Land, wo Milch und Honig fliessen. Überfliessen...

10 Kommentare:

Gabriela hat gesagt…

Witzig, ich habe auch gestern, allerdings beim Warten auf den Bus, ein Plakat derselben Serie studiert, es ging um das Familienauto, nicht um die Handdasche, zu sehen ist dort ein junges, wunderschönes, strahlendes Paar. In mir hat das aber ganz anders angeklungen. Da steht nämlich Kleingedruckt am Rand, ähnlich wie die Todeswarnung bei Zigarettenwerbung: "Es ist verboten, sich mit Krediten zu verschulden" oder so ähnlich. Einerseits wird also vorgegaukelt, mit Krediten könne man sich alles leisten, andererseits darf aus rechtlichen Gründen nicht ganz verschwiegen werden, wie gefährlich und ruinierend das Kreditgeschäft sein kann. Aber die beiden strahlen so vertrauenserweckend, dass man als Betrachter diesen Hinweis am Rand gerne wieder vergisst. Ich hätte am liebsten dazu geschrieben: Busfahren ist noch günstiger!
Eine Plakatserie, verschiedene Gedanken... Ich werde an dich denken, wenn mir die Handtaschendame begegnet.
Lieben Gruss
Gabriela

Martin Winter hat gesagt…

Ja, liebe Hanna, jetzt bist du mir zuvorgekommen. Ich grüble auch schon ein paar Tage über dieser Plakatserie. So werde ich demnächst auch noch meinen Senf dazu geben ;-)

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Ab sofort werde ich die Augen weit offenhalten nach dem strahlenden Paar mit dem Familienauto,
liebe Gabriela,
und dann an dich denken :)
Ich finde diese Werbung und was sie vorgaukelt, sehr problematisch. Und hoffe, dass ihr keine (jungen) Menschen auf den Leim gehen...

Herzlich Hausfrau Hanna


Hausfrau Hanna hat gesagt…

Ich freue mich auf deinen Senf,
lieber Tinu,
und hoffe, ich muss nicht allzulange darauf warten :)

Herzlich Hausfrau Hanna

Quer hat gesagt…

Stimmt! Das sind echte Luxusfragen.
Und das mit den Privatkrediten ist hoch gefährlich und für viele, vor allem junge, unerfahrene Menschen eine böse Schuldenfalle...

Liebe Grüsse in die neue Woche,
Brigitte

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Gefährlich u n d betörend zugleich ist diese Werbung,
liebe Frau Quer,
denn sie gaukelt jungen Menschen vor, dass materielle Wünsche und die Träume dahinter jederzeit und blitzschnell in Erfüllung gehen können...

Herzlich Hausfrau Hanna

Anonym hat gesagt…

In Schweden lief vor einigen Jahren im Radio ständig der Slogan "SMSa låna, SMSa låna ..." Damit wurden die Schweden aufgefordert, schnell und problemlos Kredite per Handy/SMS aufzunehmen. Inzwischen haben sie mit solcher Werbung aufgehört, doch verschulden sich die Schweden auch weiterhin wie die Weltmeister.
Keine Ahnung, wie es in der Schweiz ist, aber mein anderer Kommentar "mit der eigenen Bank" war so gemeint, dass die Schweden oft der Meinung sind, alle Schweizer wären sehr reich. In Schweden wäre man auch gerne reich - und sei's auch nur für kurze Zeit ... auf Pump. :-)
/Hälsningar från Västkusten

Hausfrau Hanna hat gesagt…

'Eine eigene Bank besitzen' ist wohl ein Traum,
liebe/r Anonym,
der überall geträumt wird...
Dass man in Schweden auf so simple Art und Weise Kredite aufnehmen konnte (Vergangenheitsform!), finde ich allerdings hochriskant :(

Herzlich und auch ohne 'eigene Bank' zufrieden grüsst in den Norden
Hausfrau Hanna

Monsieur Croche hat gesagt…

Solche manipulative Werbung macht einen ein wenig wütend, nicht? Freut mich um so mehr, dass sich offenbar eine ganze Menge Leute daran stören :)

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Da bist du tatsächlich in guter Gesellschaft,
lieber Monsieur Croche,
und beileibe nicht der einzige, dem diese unsägliche, unnötige Werbung ein Dorn im Auge ist.

Herzlich Hausfrau Hanna