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13 September 2012

Zwischen zwei Haltestellen (31)


Letzter Fahrtabschnitt im Regiozug am Samstag.
Der Ballonmützenjunge lenkt das Gespräch wieder auf die Musik:
"Kennst du Leonard Cohen?" fragt er seinen Freund.
"Cohen? Der Name tönt jüdisch. Nie gehört!"
"Cohen ist sehr gut. Weltklasse. Und schon alt. 70. Oder so. Seine Songs sind geil."
Die ganze Zeit, immerhin 20 Minuten, habe ich nun zugehört und geschwiegen.
Jetzt entfährt mir ein "Hallelujah!".
Die dunkelbraunen Augen meines Gegenübers schauen mich neugierig an.
"Hallelujah heisst eines der bekanntesten Lieder von Leonard Cohen", erkläre ich.
Was der Cohenfan mit der Mütze sofort bestätigt:
"Hallelujah ist sein absolut schönster Song. Ich lade ihn dir runter."
Dann hält auch schon der Zug, die beiden steigen aus. Nicht ohne sich vorher freundlich veabschiedet zu haben und mir ein schönes Wochenende zu wünschen.


PS. Die Zugfahrt, das Gehörte klang noch einige Zeit nach.
Die beiden Burschen erinnerten mich an jene Zeit in den 70er-Jahren, als ich (als wir) im gleichen Alter waren und genauso intensiv, beredt, engagiert.
Cohen, Dylan, Donovan hörten.
Wildlederboots und Jeans trugen.
Ein winziger Unterschied fiel mir dann doch ein: Unser Wort damals war 'toll'...

4 Kommentare:

  1. Toll, muss ich schon sagen! ;-) Das ganze "Hörspiel" stimmt wehmütig und zeigt auf: Es gibt sie immer noch, die jungen Idealisten und Schwärmer - wenn auch in diesem Alter wohl die meisten andere Idole und Ziele haben...
    Danke für den "Mitschnitt" und viele, liebe Grüsse,
    Brigitte

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  2. Ja, ich fand es auch toll :-)
    Ein Aufsteller diese beiden jungen Burschen!
    Und von mir aus,
    liebe Frau Quer,
    hätte die Fahrt im Regiozug noch länger dauern können: Ich hätte gern weitergelauscht...

    Herzlich Hausfrau Hanna

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  3. Könnte mir sogar vorstellen, dass sie Hesse lesen. Klar gibt es solche jungen Leute- und aufgrund der anschaulichen Schilderung kann ich mir die großen Jungs gut vorstellen!
    Schön.
    Gruß von Sonja

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  4. Hesse lesen. Rilke. Und auch Goethe.
    So sahen sie tatsächlich aus, die beiden Burschen,
    liebe Frau Wildgans,
    wobei leider für Dichtung und Literatur die Zeit nicht reichte.
    Hätte die Zugfahrt länger gedauert, wer weiss, wer weiss...

    Herzlich Hausfrau Hanna

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