Luciatag

11.12.2009


"I Sverige sjunger man ofta och gärna", sagt der schwedische Teil der Familie, "in Schweden singt man oft und gern".
Das kann ich bestätigen: Schweden sind die reinsten Lerchen.Vielleicht ist die singende Sprache der Hauptgrund. Vielleicht sind auch die langen und dunkeln Winternächte schuld, die wohl ohne Singen endlos und deprimierend schienen.
Während man sich hier bei uns knapp noch an die erste Strophe eines Liedes erinnert und sich bei jeder weiteren Strophe krampfhaft am Textblatt festhält, ertönen aus schwedischen Kehlen die Lieder auswendig, frei und unbefangen.
Übermorgen, am 13.Dezember, feiern die Schweden das Luciafest. In einer Art Prozession schreiten die weissgekleideten Mädchen und jungen Frauen singend in den Festsaal. Sie werden angeführt von der Lucia, die einen Kerzenkranz auf dem Kopf trägt.
Die Stimmung ist so feierlich, dass man einen Kloss der Rührung im Hals hat. Der verschwindet genau dann, wenn die drolligen Kleinen als Jultomte um den Weihnachtsbaum tanzen und vor lauter Eifer das Singen vergessen. Dann holt man sich vom Weihnachtsbuffet einen Glögg. 
Zuerst nippt man nur am heissen Getränk und isst eine Lussekatt, ein Hefegebäck mit Safran, dazu. Die zweite Tasse schlückelt man bereits. Und spätestens nach der dritten Tasse Glühwein ist man leicht berauscht und spürt eine selige, innere Heiterkeit.





PS. Und so wünscht eine glöggliche Hausfrau Hanna allen Lesern und Leserinnen zum 3.Advent:
"Singt und trinkt und hört Musik!"