08.09.2011

Zwischen zwei Haltestellen (21)

Letzte Woche auf einer Tramfahrt ins Stadtzentrum:
Zwei Mädchen, eines etwa siebenjährig, das andere zwei, drei Jahre älter, erstürmen in Begleitung ihrer Mutter den Wagen.
Schlagartig erscheint das vorher ruhige Tramabteil atmospärisch verdichtet und um ein paar Grad aufgeheizter durch die Präsenz der beiden Mädchen.
Als Erstes balgen sich die zwei um den wichtigen Fensterplatz, wobei das Hinausschauen eher nebensächlich ist. Kaum haben sie nämlich ihren Platz ausgehandelt und sitzen, beginnen sie sich auch schon gegenseitig in die Oberarme und in die Wangen zu kneifen.
Sie hauen einander derb auf die Oberschenkel.
Sie holen tief Luft und pusten sich fast vom Sitz.
Alle  Rangeleien und Aktionen werden begleitet von lautem Quietschen, Schreien und Lachen.
"Psst", sagt die Mutter. Und nochmals "psst".
Auf ihrem Gesicht sehe ich ein zärtliches Lächeln.
"Für Eltern gibt es zwei Arten von Kindern", denke ich, "ihre Kinder. Und dann alle andern Kinder..."

Hausfrau Hanna mag alle Kinder. Irgendwie.


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