15.09.2017

In dieser Stadt geboren (5)


Ein letzter Gedanke.
Ein Gedanke der beinahe schmerzt:
Rainer Brambachs Stammlokal, in das wir ganz am Schluss einkehrten,
in dem wir nochmals seinen Gedichten lauschen durften,
wird Ende September geschlossen...



PS. Hier noch ein paar abgeschriebene Daten:
Rainer Brambach hinterliess rund 140 Gedichte und zwei Dutzend kurze Erzählungen:
Kein grosses Werk also. Aber ein ausserordentliches und sehr eigenständiges Werk. Der ehemalige Malerlehrling und spätere Gartenbauarbeiter ('Erdarbeiter') war mit seinen Gedichten in der deutschsprachigen Literaturszene eine Ausnahmeerscheinung. Er verbrachte beinahe sein ganzes Leben in Basel.


PPS. Die Biografie 'Rainer Brambach - Ich wiege 80 Kilo, und das Leben ist mächtig' Diogenes 2017,  ist von Isabel Koellreuter und Franziska Schürch. Die beiden Autorinnen haben den Rundgang durch Brambachs Basel auch gestaltet und geleitet. Zusammen mit dem Schauspieler und Rezitator Roberto Bargellini.


Kommentare:

  1. Herzlichen Dank für die Brambach-Informationen und die schönen Bilder dazu!
    Das brachte ihn mir näher. "Erdarbeiter" - wunderbar!
    Gruß von unterm grauen Gewölk
    Sonja

    AntwortenLöschen
  2. 'Erdarbeiter',
    liebe Frau S.,
    war Brambachs eigene Wortschöpfung, die ich in Klammern beigefügt habe.
    Weil sie mir besser gefiel als 'Gartenbauarbeiter'...

    Lieben Gruss von unterm Sonnenhimmel
    Hausfrau Hanna

    AntwortenLöschen
  3. Ach, das tut mir so Leid um die legendäre "Beiz", liebe Hausfrau Hanna!
    Danach wird Rainer Brambach vielen noch mehr fehlen!

    Hier ein paar Zeilen vom Brambach-Liebhaber Walter Haffner, von dem ich ein Büchlein besitze "Grund Genug" (Maecenas, 1984) woraus dieses Zitat stammt:

    RAINER BRAMBACH ZUM GEDENKEN
    (gestorben im August 1983)

    (...)
    Wer lobt nun den Garten?
    Wer erinnert die Orthographie
    für den sinnvollen Widerstand?
    Wenn du sie nicht öffnest, seine in Worte
    verpackten Geschenke,
    verödet das Land.

    Geh zurück in die Schenke.
    Sag ihnen: er meinte Gras.
    Wenn du sie alleine lässt,
    verzweifeln die Zecher,
    und der Wein verdirbt im Glas.

    Walter Haffner

    Damit lasse ich mein Bedauern und liebe Grüsse da,
    Frau Quersatzein

    AntwortenLöschen
  4. So schade, das Lokal sollte unter "Dichterschutz" oder sowas gestellt werden.
    Habe den Rundgang mit Ihnen und Rainer Brambach genossen, und seine Wortschöpfung Erdarbeiter gefällt mir sehr, ebenso der Titel des Büchleins.
    Liebe Grüße Petra

    AntwortenLöschen
  5. Wie schön das ist,
    liebe Frau Quer,
    dieses 'seine in Worte verpackten Geschenke'!
    Ja, so kommt es mir ebenfalls vor bei Brambachs Gedichten:
    Geschenke, die sich sich offenbaren beim Lesen :)

    Danke für diese bereichernde Zugabe und einen herzlichen Gruss
    ins Wochenende
    Hausfrau Hanna

    AntwortenLöschen
  6. Es ist ein grosses Bedauern,
    liebe Petra,
    dass diese gemütliche Quartiersbeiz, das Dalbenegg, seine Türen schliesst.
    Der Grund dafür ist wohl der grosse Arbeitsaufwand, den ein solches Lokal erfordert.
    Wer weiss, vielleicht hat irgendwann mal ein neues, motiviertes Team den Mut...
    ... und öffnet die Türe wieder.

    Das Haus bleibt ja stehen!

    Lieben Gruss ins Wochenende
    Hausfrau Hanna



    AntwortenLöschen