Unterschiedliche Erfolgsansichten

26.01.2012


Eine meiner Schwächen ist wohl, dass ich schlecht weit vorausplanen kann.
Das kann manchmal den Eindruck geben, dass ich etwas ziel- und strukturlos lebe.
Ein Schulkollege (er rettete mich damals vor allzuschlechten Mathenoten, indem er mich abschrieben liess) konfrontierte mich kürzlich mit dieser meiner Schwäche. Was wortwörtlich so klang:
"Du hast beruflich zu wenig aus deinen Begabungen gemacht."
Das sass.
Ich sank innerlich und äusserlich leicht zusammen und rührte in der Kaffeetasse.
Das half mir, mich bei ihm, der von sich sagte, er hätte alles erreicht, was er sich vorgenommen hatte, nicht rechtfertigen zu müssen.




PS. Später kamen mir folgende Gedanken, die ich ihm hätte sagen können. Und vielleicht auch gesagt hätte:
"Ich kann Dinge noch so sorgfältig planen.
Ich kann mich monatelang gewissenhaft auf  Ereignisse vorbereiten.
Und dann kommt dennoch alles anders.
Denn das Schicksal steht in der weit offenen Türe und versperrt den Durchgang zu dem, was geplant war und sicher schien. Anstelle des Durchstartens und Hochfliegens empfängt der leere Raum.
Trotzdem geht der Mond auf, stehen die Sterne am Himmel und leuchten schweigend..." 

10 Kommentare:

Bobsmile hat gesagt…

Ach liebe Hausfrau Hanna

Erst sollte das Ziel definiert werden, und dann folgt möglicherweise eine Routen-Planung. Aber, man kann durchaus auch zum Ziel haben, alles auf sich zukommen zu lassen, dazu brauchts nun wirklich keine Planung. Carpe Diem.

Klar, ist es von Vorteil die Vorräte durchzusehen und vorher einen Apfel zu essen, um dann auch die richtigen Sachen einzukaufen, aber davon hat dein Schulkollege wohl nicht gesprochen, eher so von "meine Jacht, meine Ex, mein Haus"
:-)

einen schönen planfreien Tag wünscht dir der Bobsmile

Wildgans hat gesagt…

Eine solcher Aussage finde ich dreist und von der hohen Warte herab...immerhin entscheidest aber DU, wie Du es bei Dir ankommen lässt...Das geht auch anders- wie mein Vorkommentator auch meint...
In Ärmel, die einem entgegen gehalten werden, muss man nicht reinschlupfen. Und Du bist reich!

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Ach lieber Bobsmile,
wenn du wüsstest, was für einen hundsmiserablen Orientierungssinn ich habe, der mir immer wieder das angestrebte Ziel und die Routenplanung durcheinander bringt!Und da mir Jachten, Erst- und Zweithäuser, Luxusferien und andere Statussymbole auch nie etwas bedeutet haben und ich last but not least seit bald dreissig Jahren mit dem gleichen Mann zusammenlebe (und das immer noch gern!),
grüsse ich dich ebenfalls mit einem herzlichen 'Carpe Diem' zum morgigen Tag :-)
Hausfrau Hanna

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Immerhin hat der Mann einen akademischen Abschluss geschafft,
liebe Frau Wildgans,
der ihm zu einem erfolgreichen Berufsleben verholfen hat.
Und reich ist e r!
Ich nicht. Leider.
Einen herzlichen Gruss über die Grenze
Hausfrau Hanna

Wildgans hat gesagt…

Das mit dem "reich" war doch mehr symbolisch gemeint!
Naja, ich weiß, eine gewisse Menge Geld macht den Menschen lockerer...
Und was machst Du jetzt mit diesem Ganzen?

Monsieur Croche hat gesagt…

Wenn dein Kollege sagt, "Du hast beruflich ZU WENIG aus deinen Begabungen gemacht" will er implizieren, dass es einen allgemein anerkannten Massstab dafür gibt, was man aus seinen Begabungen zu machen hat. Die Frage ist nun, ob ihr denselben Massstab teilt? Gewiss sagt sich dies leicht, doch in manchen Situationen ist es nicht ratsam, sich mit anderen zu vergleichen, sondern bei sich selbst zu bleiben und den eigenen Massstab an sich selbst anzusetzen. Aber ich weiss, es sagt sich alles sehr leicht :)

Hausfrau Hanna hat gesagt…

"Das mit dem "reich" war doch mehr symbolisch gemeint!"

Das habe ich doch so verstanden,
liebe Frau Wildgans,
und habe bloss ä Scherzle gemacht... selbstverständlich bin ich im übertragenenen Sinn reich. Sehr reich sogar!
Obwohl - auch gegen etwas mehr Flüssiggeld hätte ich nichts einzuwenden ;-)
Herzlich Hausfrau Hanna

Hausfrau Hanna hat gesagt…

Natürlich ist Erfolg messbar,
lieber Monsieur Croche!
Ablesbar am Konto, an der Grösse des Hauses, des Wagenparks...etc.
Und natürlich sagt diese materielle Art des Erfolgs wenig oder gar nichts aus über die eigene Zufriedenheit und Dankbarkeit, mit der man in der Welt steht und darin lebt.
Und sich vergleichen mit andern, da sind wir einer Meinung, ist kontraproduktiv...
Herzlich Hausfrau Hanna

Sofasophia hat gesagt…

genau dadrüber habe ich neulich auch gebloggt (http://sofasophia.wordpress.com/2012/01/21/machen-oder-sein/)

was zählt wirklich? alles erreichen? ist das wirklich das wichtiste?

danke für deine zeilen!

Hausfrau Hanna hat gesagt…

@ Sofasophia
Danke für den Link zum Blogbeitrag!
Hausfrau Hanna