20.12.2011

Von blauen Glasaugen und verschwundenen Puppen


Als Kind hatte ich ein Buschibäbi - eine Babypuppe -  mit kornblumenblauen Glasaugen, über denen sich dichtbewimperte Lider öffnen und schliessen konnten.
Obwohl sie kein sichtbares Geschlecht hatte, taufte ich die Puppe Beat:
'Der Glückliche'.
Drehte ich ihn um, tönte aus seinem Innern ein batteriebetriebenes 'Mamaaaaa'.
Ich konnte das endlos wiederholen, so gut gefiel mir dieser Hilferuf.
Kleine Mädchen sind neugierig und wollen wissen, wie Dinge funktionieren. Und so drückte ich einmal mitleidslos dem Beat in eines seiner starrblickenden Glasaugen.
Ich drückte wohl zu fest, denn plötzlich schepperte das Auge im Innern des Puppenkopfes.

Immer vor Weihnachten verschwanden auf geheimnisvolle Weise unsere sämtlichen Puppen und Bären. Und pünktlich am Heiligabend sassen alle wieder unter dem Tannenbaum in neuen Kleidern, die Tante Rösy und Tante Flora genäht und gestrickt hatten.
Ich persönlich vermisste die Puppen in der Zwischenzeit nie...


Beat gibt es übrigens immer noch. So sieht er heute aus:




PS. Er ist bekleidet mit dem Original-Strampelsack von 1960.
Seine Augenlider funktionieren bestens, klappen auf und zu, 'Mamasagen' hingegen geht nicht mehr.
Und der grosse Riss, der sich über die Stirne zieht, ist wohl dem Alter und dem spröde gewordenen Material zuzuschreiben. Denn ich war's im Fall nicht...

Kommentare:

  1. Mit diesem Beitrag hast Du mich an meinen geliebten Teddybären "Thomas" (ursprüngliche Bedeutung. Zwilling. Und das war er auch für mich) erinnert, derleider vor vielen Jahren auf Nimmerwiedersehen verschwunden ist...

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  2. Teddybären waren wohl - im Gegensatz zu meiner Porzellanschlafpuppe - die nettesten und molligsten Schlafbegleiter durch die Kindheit,
    lieber BodeständiX :-)
    Wohin dein Zwilling Thomas wohl verschwunden ist? Das sind so Fragen, die urplötzlich in dieser Zeit auftauchen und wohl immer unbeantwortet bleiben...
    Mit einem weihnächtlichen Trostgruss
    Hausfrau Hanna

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  3. Nostalgiealarm, hehe.

    An meinem Teddy, der genau so alt ist wie ich, an dem hänge ich, bzw. er hängt, inzwischen über 20 Jahre an unserem Ehebett.
    Wenn man ihm auf den Bauch drückt, gibt er immer noch diesen Quietschlaut von sich. Und dann ist da dieser unverwechselbare Geruch, tief eingebrannt in meinem Stammhirn. Ja, ich liebe meinen Teddy, auch wenn ich ihn heute nicht mehr so oft knuddle, und Frau ihn dafür abstauben muss.

    Hoffentlich hat's Thomas schön dort, wo er jetzt ist ...
    :-)

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  4. Da leite ich deinen Kommentar,
    lieber Bobsmile,
    subito an BodeständiX weiter, dessen Zwilling, der Bär Thomas, im Gegensatz zu deinem Teddy den Weg alles Irdischen gegangen ist...

    Frohe Weihnachten! Hausfrau Hanna

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